
SaaS-Architektur bezeichnet die technische Grundstruktur cloudbasierter Software, die als Dienst bereitgestellt wird. Für Immobiliensoftware bedeutet das: Anwender greifen über den Browser auf Bewertungstools, Vertriebsdashboards oder Analyseplattformen zu – ohne lokale Installation, ohne eigene Server, ohne IT-Abteilung für Wartung und Updates.
Die Architekturentscheidungen, die bei der Entwicklung solcher Systeme getroffen werden, bestimmen langfristig Skalierbarkeit, Sicherheit und Weiterentwicklungsfähigkeit. Für B2B-Entscheider in der Immobilienbranche lohnt sich ein grundlegendes Verständnis dieser Zusammenhänge – nicht um selbst zu entwickeln, sondern um Anbieter und deren Lösungen besser einschätzen zu können.
Die Immobilienbranche stellt spezifische Anforderungen an Software:
Eine durchdachte Architektur adressiert diese Anforderungen von Grund auf. Nachträgliche Anpassungen sind möglich, aber teuer und fehleranfällig.
Multi-Tenancy bedeutet, dass mehrere Kunden (Mandanten) dieselbe Softwareinstanz nutzen, während ihre Daten strikt getrennt bleiben. Für Immobiliensoftware ist das essenziell: Ein Projektentwickler darf niemals Einblick in die Daten eines Wettbewerbers erhalten.
Die Umsetzung kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen:
Die Wahl hängt von Sicherheitsanforderungen, Kundenstruktur und Skalierungszielen ab.
Ein API-First-Ansatz bedeutet, dass die Programmierschnittstelle (API) vor der Benutzeroberfläche entworfen wird. Das klingt technisch, hat aber praktische Konsequenzen:
Für Immobilienunternehmen bedeutet das: Ein Dashboard für Projektvertrieb kann Daten an das hauseigene CRM übergeben, Bewertungsergebnisse können automatisch in Exposés fließen.
Die Debatte zwischen Microservices und monolithischer Architektur wird oft ideologisch geführt. Pragmatisch betrachtet:
Monolith-Vorteile:
Microservices-Vorteile:
Unsere Erfahrung bei Innosirius: Ein gut strukturierter Monolith ist für die meisten Immobiliensoftware-Anwendungen der bessere Startpunkt. Microservices lohnen sich, wenn spezifische Komponenten stark unterschiedliche Lastprofile haben – etwa eine Bewertungsengine, die rechenintensive Aufgaben übernimmt.
Für B2B-Immobiliensoftware sind Sicherheit und Compliance keine optionalen Features, sondern Grundvoraussetzungen.
Die DSGVO stellt konkrete Anforderungen an Software:
Eine gute Architektur berücksichtigt diese Anforderungen von Beginn an. Nachträgliche DSGVO-Compliance ist aufwändig und fehleranfällig.
Für deutsche Immobilienunternehmen ist der Datenstandort relevant. Hosting in der EU, idealerweise in Deutschland, vereinfacht Compliance-Fragen und schafft Vertrauen bei Kunden und Partnern.
Wenn Sie unsicher sind, welche Architekturanforderungen für Ihre spezifische Situation relevant sind, vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch – wir teilen gerne unsere Erfahrungen aus der Produktentwicklung.
Skalierbarkeit bedeutet, dass Software mit wachsenden Anforderungen mitwächst – ohne Neuentwicklung, ohne Performanceeinbrüche.
Moderne SaaS-Architektur setzt auf horizontale Skalierung. Das erfordert zustandslose Anwendungen (Statelessness) und verteilte Datenhaltung – technische Konzepte, die bei der Architekturplanung berücksichtigt werden müssen.
Für Immobiliensoftware mit vielen Lesezugriffen – etwa Dashboards mit Verfügbarkeitsübersichten – ist intelligentes Caching entscheidend. Bewertungsergebnisse, die sich selten ändern, müssen nicht bei jedem Aufruf neu berechnet werden.
Bei der Entwicklung von Mensura, Innoflat und Linktik haben wir einige Architekturentscheidungen getroffen, die sich bewährt haben:
Statt von Beginn an auf Microservices zu setzen, haben wir modulare Monolithen gebaut. Die Module können bei Bedarf extrahiert werden, aber der operative Overhead bleibt überschaubar. Für ein kleines Team ist das der pragmatischere Weg.
Rechenintensive Aufgaben – etwa die Generierung von Bewertungsberichten – laufen asynchron über Event-Queues. Der Anwender erhält sofort eine Bestätigung, das Ergebnis wird per Benachrichtigung zugestellt. Das verbessert die wahrgenommene Performance erheblich.
Neue Funktionen werden zunächst für ausgewählte Kunden freigeschaltet. Das ermöglicht Tests unter Realbedingungen ohne Risiko für alle Nutzer. Für regulierte Bereiche wie die Immobilienbewertung ist das besonders wertvoll.
Diese Erfahrungen fließen kontinuierlich in unsere Produkte ein. Wenn Sie vor ähnlichen Entscheidungen stehen, nehmen Sie Kontakt auf – ein Austausch auf Augenhöhe ist oft wertvoller als generische Beratung.
Bei der Evaluation von Immobiliensoftware helfen diese Fragen:
Diese Fragen offenbaren viel über die technische Reife eines Anbieters – oft mehr als Marketing-Materialien.
SaaS-Architektur ist kein Selbstzweck, sondern das Fundament für langfristig erfolgreiche Softwareprodukte. Für Immobiliensoftware bedeutet das: Compliance-Anforderungen, Integrationsfähigkeit und Skalierbarkeit müssen von Beginn an mitgedacht werden.
Als B2B-Entscheider müssen Sie nicht selbst Architekt werden. Aber ein grundlegendes Verständnis hilft, die richtigen Fragen zu stellen und Anbieter fundiert zu bewerten.
Haben Sie Fragen zu spezifischen Architekturanforderungen für Ihre Anwendungsfälle? Schreiben Sie uns per E-Mail oder buchen Sie einen Termin für ein persönliches Gespräch. Wir teilen unsere Erfahrungen aus der Produktentwicklung gerne – ohne Verkaufsdruck, auf Augenhöhe.