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Leadgenerierung und Wachstum

Warum Website-Besucher keine Anfragen werden

Innosirius Redaktion··6 Min. Lesezeit
Warum Website-Besucher keine Anfragen werden

Wenn die Zahlen nicht zusammenpassen

Irgendwann fragt jemand im Gespräch, wie viele Anfragen über die Website kommen. Die ehrliche Antwort lautet: wenige. Dabei hat die Website Besucher. Manchmal Hunderte im Monat. Die Seite ist gepflegt, die Leistungen sind beschrieben, ein Kontaktformular gibt es. Und trotzdem bleibt das Telefon meistens still.

Dieses Missverhältnis ist häufiger, als es auf den ersten Blick scheint. Es liegt selten daran, dass die Website grundsätzlich falsch ist. Es liegt meistens an einzelnen Stellen auf dem Weg zwischen dem ersten Klick und dem abgeschickten Formular — Stellen, die man nur bemerkt, wenn man selbst einmal versucht, über die eigene Website Kontakt aufzunehmen.

Was zwischen Absicht und Kontakt liegt

Jemand sucht nach einem Makler in seiner Stadt. Er findet eine Website, liest sich kurz durch die Leistungen und denkt: Das klingt richtig. Er möchte sich melden. Bis zu diesem Moment hat alles funktioniert. Was danach passiert, hängt davon ab, wie leicht oder schwer die nächsten Schritte sind.

Dieser Moment — zwischen Absicht und Kontakt — ist nicht sichtbar. Er hinterlässt keine Spur, keine Nachricht, keinen Hinweis. Er endet einfach damit, dass jemand wegklickt.

Die erste Schwelle

Wenn jemand auf einer Website entscheidet, ob er sich meldet, stellt er sich eine Frage: Wie aufwendig wird das? Das ist keine bewusste Abwägung, sondern eine schnelle, fast körperliche Reaktion auf das, was er sieht. Ein langer Fragebogen wirkt wie eine Prüfung. Ein kurzes Formular mit Name, E-Mail-Adresse und einer Zeile für den Anlass wirkt wie eine Tür, die offen steht.

Die Frage ist nicht, wie viel Information nützlich wäre. Die Frage ist, wie viel jemand bereit ist zu geben, bevor er noch gar nicht weiß, ob die Person am anderen Ende erreichbar ist, antwortet und zuhört.

Formulare, die mehr verlangen als nötig

Ein Kontaktformular mit zwölf Pflichtfeldern — Anrede, Vorname, Nachname, Geburtsdatum, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Betreff und Nachricht — ist kein Kontaktformular. Es ist ein Aufnahmeantrag. Wer sich bei einem Makler oder einer Hausverwaltung erkundigen möchte, ist noch kein Kunde. Er möchte prüfen, ob es sich lohnt, Kunde zu werden.

In vielen Branchen ist das Formular über Jahre gewachsen. Ein Feld wurde hinzugefügt, weil jemand einmal nicht die richtige Information mitgeschickt hatte. Dann noch eines. Dann noch eines. Irgendwann hat das Formular mehr mit interner Ordnung zu tun als mit dem, was jemand von außen bereit ist zu teilen.

Niemand sieht, wie viele Menschen an diesem Punkt abgebrochen haben. Das Formular gibt darüber keine Auskunft. Es zeigt nur die, die es bis zum Ende durchgehalten haben.

Besucher vom Mobiltelefon

Mehr als die Hälfte der lokalen Suchen finden heute auf dem Mobiltelefon statt. Jemand steht vor einer Immobilie, sucht den Makler, findet die Website und versucht, das Kontaktformular auszufüllen. Er steht auf dem Bürgersteig, das Telefon in der Hand, vielleicht mit schwachem Netz.

Wenn das Formular auf dem Mobiltelefon schwer zu bedienen ist — weil die Felder zu klein sind, weil die Bildschirmtastatur den Inhalt verschiebt, weil der Absende-Button unter der Tastatur verschwindet — dann schließt die Person das Fenster. Sie ruft vielleicht an, wenn die Telefonnummer sofort sichtbar und mit einem Tippen wählbar ist. Wenn nicht, sucht sie weiter.

Diese Besucherinnen und Besucher hinterlassen keine Spur. Sie wurden als Besucher gezählt und sind gegangen, ohne sich zu melden.

Wo Anfragen auf dem Weg verloren gehen

Selbst wenn jemand das Formular ausfüllt und abschickt, ist die Anfrage damit noch nicht angekommen. Zwischen dem Klick auf „Absenden" und dem Lesen der Nachricht liegen mehrere Schritte. Und an jedem dieser Schritte kann etwas schiefgehen — meistens unbemerkt, manchmal über Monate.

Die E-Mail-Adresse im Impressum

Viele Websites nutzen für das Kontaktformular dieselbe E-Mail-Adresse, die auch im Impressum steht. Das ist naheliegend, aber nicht ohne Risiko. Solche Adressen werden automatisch eingesammelt und regelmäßig mit unerwünschten Nachrichten überschwemmt. Wer seinen Posteingang nicht täglich sortiert, übersieht eine echte Anfrage zwischen Dutzenden irrelevanter Nachrichten.

Manchmal liegt das Problem noch früher. Das Kontaktformular sendet an eine E-Mail-Adresse, die nicht mehr aktiv ist — weil jemand die Firma gewechselt hat, weil ein Postfach voll ist, weil eine Weiterleitung nie eingerichtet wurde. Das Formular bestätigt dem Absender, dass die Nachricht erfolgreich gesendet wurde. Beim Empfänger kommt nichts an.

Wer nicht regelmäßig prüft, ob seine Formulare tatsächlich ankommen, erfährt das meistens nicht.

Was der Absende-Button verspricht — und was dahinter steckt

Fast alle Kontaktformulare zeigen nach dem Absenden eine Bestätigung: „Vielen Dank, Ihre Nachricht wurde gesendet." Diese Meldung erscheint unabhängig davon, ob die Nachricht tatsächlich zugestellt wurde. Sie ist die Rückmeldung über den Absende-Vorgang — nicht über die Zustellung beim Empfänger.

Wenn das Formular an eine gesperrte E-Mail-Adresse sendet, wenn ein Spamfilter die Nachricht herausfiltert, wenn die Konfiguration nach einem Website-Update nicht mehr stimmt — die Bestätigungsmeldung erscheint trotzdem. Der Interessent glaubt, seine Anfrage sei angekommen. Das Unternehmen wartet auf eine Nachricht, die nie eintrifft.

Dieser Zustand kann Wochen andauern. Niemand bemerkt ihn. Warum auch auf der anderen Seite — bei dem, der angefragt hat — Stille entsteht, ist ein eigenes Thema: Anfragen ohne Rückmeldung.

Was Inhaber über ihre eigene Website wissen — und was nicht

In vielen Gesprächen zeigt sich ein ähnliches Muster. Die Website wurde vor Jahren aufgebaut, seither kaum verändert. Es gibt kein verlässliches Bild davon, was Besucher tatsächlich tun, bevor sie gehen. Manche Inhaber schätzen die Zahl der Anfragen über ihre Website auf zwei bis vier pro Monat. Dabei verzeichnet dieselbe Seite Hunderte von Besuchen.

Was dabei oft fehlt, ist nicht mehr Sichtbarkeit oder mehr Reichweite. Was fehlt, ist das Wissen darüber, ob der Weg zwischen Interesse und Kontakt für jemanden von außen tatsächlich gangbar ist. Diese Frage ist keine technische Frage. Sie ist eine Frage über den ersten Eindruck, den ein Unternehmen hinterlässt — bevor irgendjemand miteinander gesprochen hat.

Wer einmal testen möchte, wie die eigene Website aus der Perspektive eines Interessenten wirkt, kann einen einfachen Test machen: selbst eine Anfrage über das Kontaktformular schicken — vom Mobiltelefon, mit einer anderen E-Mail-Adresse, zu einer Uhrzeit, zu der man normalerweise nicht am Schreibtisch sitzt. Dann abwarten, ob und wie schnell die Nachricht ankommt. Und ob sie in dem Postfach landet, das täglich geöffnet wird.

Das Ergebnis dieses Tests ist häufig überraschend.

Die Frage, die bleibt

Ein Interessent, der auf einer Website abspringt, gibt kein Feedback. Er sagt nicht, warum er gegangen ist. Er meldet sich nicht noch einmal. Er hat sich anderswo gemeldet — bei jemandem, dessen Kontaktweg etwas einfacher war.

Wer sich fragt, warum Anfragen ausbleiben, stellt die Frage meistens in die falsche Richtung. Die Frage ist nicht: Warum kommen keine Anfragen? Die Frage ist: Wo auf dem Weg von der Suche zum Kontakt verliert sich jemand — und weiß ich das überhaupt?

Auf diese Frage gibt es selten eine schnelle Antwort. Sie liegt irgendwo zwischen dem zwölften Pflichtfeld, der Telefonnummer, die auf dem Mobiltelefon nicht angetippt werden kann, und der E-Mail-Adresse, die Nachrichten seit Wochen nicht mehr durchlässt.

Und manchmal liegt sie genau dort, wo man am wenigsten hingeschaut hat.

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